Arbeitsgruppe Pilze
im Naturwissenschaftlichen Verein
Karlsruhe
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Arbeitsgruppe Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe

Programm 2016


Mo, 11. Januar, 18h

Neujahrsfeier der PiNK mit kaltem Buffet. Für Mitglieder des NWV (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal). Vorträge: Dr. Ulrike Schofer (Leimen): James Sowerby (1757-1822) und die Pilzflora der Queen Charlotte. Björn Wergen (Hornberg): Die Schwarzwälder Pilzlehrschau früher und heute

Mo, 1. Februar, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Di, 2. Februar 2016, 18.30h

Dr. Markus Scholler (Naturkundemuseum Karlsruhe): Leben nach dem Tod: Die Pilzsammlungen des Herbariums des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (Vortrag Rahmenprogramm zur kleinen Sonderausstellung „175 Jahre Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V.“ im Naturkundemuseum Karlsruhe, Hauptgebäude, Max-Auerbach-Vortragssaal, Eintritt frei)

Bei öffentlichen Herbarien handelt es sich um nach wissenschaftlichen Kriterien geordnete Forschungssammlungen (mehrheitlich) getrockneter Pflanzen und Pilze. Die bedeutendsten Sammlungen in Deutschland befinden sich an Naturkundemuseen und Universitäten. Es ist noch nicht allzu lange her, dass jede deutsche Universität mit einem Botanischen Institut ein Herbarium führte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden jedoch zahlreiche Universitätsherbarien an Naturkundemuseen abgegeben, um Platz für „moderne“ Forschungseinrichtungen zu schaffen. Sind also öffentliche Herbarien keine Forschungseinrichtungen mehr sondern Museen der Forschungsgeschichte? – Dr. Scholler, Kurator für Pilze und Algen am SMNK, widerlegt diese These in seinem Vortrag. Nach einem Überblick über öffentliche Herbarien zeigt er am Beispiel des Karlsruher Pilzherbariums, dass die Belege heute intensiver denn je wissenschaftlich genutzt werden. So können sie, dank neuer Methoden, Grundlage für die molekulare Taxonomie und Phylogenie, die Dokumentation vieler Umweltveränderungen, digitale Biodiversitätszentren und andere aktuelle Forschungsdisziplinen sein. Dies wird an Beispielen veranschaulicht, so dem BMBF-Großprojekt „German Barcode of Life“ (GBOL).

Mo, 7. März, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 4. April, 19h

Dr. Ditte Bandini (Wiesenbach): Risspilze (Inocybe): Formenvielfalt, Fehlbestimmungen und Forschungsergebnisse (Vortrag, Pavillon, EG, Kleiner oder großer Vortragssaal, Eintritt frei)

Die Gattung Inocybe (Risspilze) ist eine gut abgegrenzte Gruppe von braunsporigen Blätterpilzen. Namengebend sind die oft eingerissenen Hüte der Fruchtkörper, mikromorphologisch sind u. a. Zystiden kennzeichnend. Risspilze findet man besonders häufig an kalkhaltigen synanthropen Standorten. Auch besitzen sie meist ein breites Spektrum von Ektomykorrhiza-Baumpartnern. Die wichtigsten Werke im Bereich der Risspilze sind mittlerweile deutlich veraltet. Auch haben DNA-Sequenzdaten Fehler aufgedeckt und reichlich Neuerkenntnisse gebracht. In einem Projekt, in dem zusätzlich Amateurforscher Belege  und Universitätswissenschaftler Sequenzdaten liefern und auswerten, wird versucht, zunächst Arten Mittel- und Nordeuropas monographisch zu bearbeiten.  Ditte Bandini, promovierte Indologin und leidenschaftliche Freizeitpilzforscherin, beschreibt den Stand der taxonomischen Forschung in Sachen Risspilze und geht anhand von makro- und mikroskopischen Bildern auf Bestimmungsprobleme und neue Arten ein.

Mo, 2. Mai, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

So, 5. Juni, 14h

Anja Schneider, Torsten Bernauer: Frühjahrspilze im Oberwald. Exkursion zur Erforschung der Pilzflora von Karlsruhe . Treffpunkt: Rüppurr, Resedaweg, Ecke Rosenweg.

Mo, 6. Juni, 19h

Arbeitstreffen, Auswertung der Funde vom Vortag (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 4. Juli, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Sa, 2. Juli, 12-18h

Ausstellung „Die Großpilzflora von Karlsruhe und ihre Veränderung“ (PiNK + SMNK) (Berlin, Gendarmenmarkt). Die Ausstellung findet im Rahmen der Großveranstaltung „Konferenz der Arten – Biodiversität im Dialog“ statt. Es ist eine Veranstaltung der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Themenjahres „die beste der möglichen Welten“.

1. August bis 7. November, jeweils montags von 17 bis 19h

Pilzberatung (vor dem Westeingang des Pavillons des Naturkundemuseums)

Mo, 15. August, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 5. September, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 19. September, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Sa, 24. September, 14h

Dr. Markus Scholler (Karlsruhe): Öffentliche Pilzführung im Oberwald. Veranstaltung aus Anlass des 1. Europäischen Pilztags. Treffpunkt: Rüppurr, Resedaweg, Ecke Rosenweg. Wichtig: Es werden keine Speisepilze gesammelt.

Mo, 26. September, 19h

Arbeitstreffen, Vorbesprechung Pilzausstellung (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Sa, 1. und So, 2. Oktober, jeweils 10.00 bis 18.00h

14. Karlsruher Frischpilzausstellung (Ausstellung im Großen Saal des Pavillons des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe, Haupteingang am Nymphengarten, Eintritt frei)

Zum 14. Mal veranstaltet das Naturkundemuseum Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein (PiNK) die jährliche Frischpilzausstellung, bei der 250 bis 300 Arten gezeigt werden. Zusätzlich werden in einem großen Diorama „Pilze an und bei Pappeln“" präsentiert. Außerdem gibt es wieder eine „Ausstellung in der Ausstellung“ zu einem bestimmten Thema. Wie im vorangegangenen Jahr wird ein Pilzzüchter aus der Altmark Zuchtpilze verkaufen und Besucher mit einer Pilzpfanne verköstigen. Die Besucher können sich ferner über die neueste Pilzliteratur an einem Buchstand informieren und Pilze von den Pilzexperten der Arbeitsgruppe bestimmen lassen oder sie im Mikroskop studieren.

Mo, 3. Oktober, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 17. Oktober, 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Mo, 7. November, 17 bis 19h

Arbeitstreffen (Pavillon, EG, Kleiner Vortragssaal)

Di, 13. Dezember, 18. 30h

Dr. Eric Strittmatter (Universität Freiburg): Mykoremediation – Pilze im Dienste des Schadstoffabbaus (Vortrag, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Max-Auerbach-Vortragssaal, Eintritt frei)

Weißfäulepilze, z. B. der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) oder die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), spielen beim Abbau des Holzstoffs Lignin eine überragende Rolle. Ohne sie würde eine enorme Menge Biomasse dem natürlichen Stoffkreislauf entzogen werden; Schätzungen belaufen sich auf 20 Mrd. Tonnen pro Jahr. Dem Ligninabbau zu Grunde liegt dessen oxidative Spaltung durch sauerstoff- oder peroxidabhängige pilzliche Enzyme. Pilze können aber noch viel mehr. Die ungewöhnlichen Eigenschaften dieser und verwandter Pilzenzyme machen sie für industrielle Anwendungen (z. B. Papierherstellung, Pharmaindustrie) interessant. Darüber hinaus ergeben sich Perspektiven für den Einsatz von Weißfäulepilzen im Umweltschutz. Das Stichwort ist Mykoremediation, also die biologische Sanierung durch Pilze. Die Vielseitigkeit der pilzlichen Redoxenzyme erlaubt die Prozessierung oder gar den Abbau einer ganzen Phalanx von Schadstoffen. Selbst Verbindungen, die in der Natur nicht vorkommen, können von Pilzen beseitigt werden. Drei Enzymsysteme aus dem Judasohr (Auricularia auricula-judae), dem Halsband-Schwindling (Marasmius rotula) und dem Südlichen Ackerling (Agrocybe aegerita) werden vorgestellt. Diese Pilze verstoffwechseln umweltfremde, teilweise stark gesundheitsschädliche Verbindungen wie Reaktivfarbstoffe, Pharmazeutika und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Sie dienen als Beispiel, wie Mykoremediation funktioniert und welche Parameter die große Vielseitigkeit der Weißfäulepilze in diesem Bereich ermöglichen.


Bitte Terminänderungen beachten! Die Arbeitstreffen der PiNK finden ab 2015 im Pavillon des Naturkundemuseums (Kleiner Saal, Erdgeschoß) i. d. R. am jeweils ersten Montag des Monats statt, während der Pilzsaison am jeweils 3. Montag. Jeder Interessierte ist hier herzlich willkommen. Fragen beantwortet Dr. M. Scholler, Tel. 0721/175 2810, markus.scholler@smnk.de.

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